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KIG - das befundbezogene kieferorthopädische Indikationssystem

Ziel der Änderungen: Nur erhebliche Beeinträchtigungen sollen zulasten der Krankenkassen behandelt werden!
Der politische Auftrag wurde von Krankenkassen und Zahnärzten umgesetzt.
Der Bundesausschuss der Zahnärzte und Krankenkassen verabschiedete am 17. August 2001 Änderungen der seit Januar 1994 gültigen Richtlinien für die kieferorthopädische Behandlung. Die Änderungen treten am 1.1.2002 in Kraft.

Das Ziel der Änderungen: Die gesetzlichen Krankenkassen sollen durch die Ausgrenzung bestimmter definierter Untersuchungsbefunde rund 30 Prozent bei den Kfo-Ausgaben sparen.

§ 29 SGB V
Nach Paragraf 29 Absatz 1 Sozialgesetzbuch (SGB) V haben Versicherte der gesetzlichen Krankenkassen einen Leistungsanspruch, wenn
"eine Kiefer- oder Zahnfehlstellung vorliegt, die das Kauen, Beissen, Sprechen oder Atmen erheblich beeinträchtigt oder zu beeinträchtigen droht".

Zur Abgrenzung der vertragszahnärztlichen Versorgung sahen die kieferorthopädischen Richtlinien des Jahres 1994 ein Indikationssystem vor. Der politische Auftrag des Indikationssystems war es, 10 % aller medizinisch notwendigen Fälle als sogenannte leichte Behandlungsfälle bei Kindern und Jugendlichen, der Leistungspflicht der Krankenkassen zu entziehen.

Das bisherige Indikationssystem hat allerdings nicht zu dem 10-prozentigen Ausgrenzungsumfang geführt. Die Krankenkassen führen an, dass nach wie vor mehr als 50 Prozent der Kinder und Jugendlichen zulasten der GKV behandelt werden und dass die Anzahl der Behandlungsfälle stetig steigt.

Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) und die Spitzenverbände der gesetzlichen Krankenkassen haben daher Verhandlungen aufgenommen, um ein System einzuführen, das besser erhebliche von unerheblichen Funktionsbeeinträchtigungen abgrenzt, um die Behandlungen zulasten der GKV auf die - aus Sicht der Krankenkasse - sog. "notwendigen" zu beschränken.

Nach den vorgenommenen Untersuchungen kann mit einem Rückgang der Behandlungsfälle zulasten der GKV von ca. 30 Prozent gerechnet werden.

Der erwartete Ausgrenzungsumfang wird zwei Jahre nach Einführung der Richtlinienänderung überprüft.

Auch für medizinisch notwendige Behandlungen besteht keine Leistungspflicht der Krankenkassen!
 
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